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Hubert Bär: Seitenstiche. Satiren

Reihe_Rhein-Neckar-Brücke. Band 1. Hrsg. von Hubert Bär, Rolf Bergmann, Michail Krausnick und Friedhelm Schneidewind. BOD. Norderstedt, 2005. 72 S. 10,- €

ISBN 3-8334-3548-8 (Zu bestellen über alle konventionellen und Internet-Buchhandlungen)

Seitenstiche? Werden hier Buchseiten kunstvoll mit Wörtern bestickt oder werden Textlöcher gestopft? Zielt hier jemand mit spitzer Nadel auf die Empfindlichkeiten von Personen oder teilt Seitenhiebe aus? Oder ist damit die schmerzhafte Empfindung im Bereich der Rippenbögen gemeint, die durch einen vorübergehenden Sauerstoffmangel der dort gelegenen Organe entsteht?

Wer in dem Bändchen blättert, findet Aphorismen, Gedichte, Kurzgeschichten, -krimis. Texte, welche die Konsumwelt aufs Korn nehmen, zum Popanz aufgeblähte Themen des Umweltschutzes, Überlegungen von Hobby-Autoren. Er begegnet einem Politiker, der sich aus Versatzstücken eine Rede zu basteln versucht, einem Arbeitslosen, der mit der Gründung einer Ich-AG liebäugelt, kann mit einem Lehrer darüber spekulieren, unter welchen Gesichtspunkten in einer Berufsschule die zu erteilenden Stunden vergeben werden, und wird mit den Ritualen im Heißluftraum einer Sauna konfrontiert.  Es handelt sich um ironische, satirische, auch sarkastische Texte, die zum Teil am Rande der Unsinnspoesie balancieren, Texte welche die Absurditäten des täglichen Lebens bloßlegen, gleichermaßen zeit-, sozial- wie sprachkritisch. Literarische Arbeiten aus verschiedenen Jahren, auch ältere, die aber ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren haben. Sie präsentieren sich leicht, unprätentiös, anspielungsreich, treffend. Eine höchst amüsante, aber auch Erkenntnis fördernde Lektüre.