Über ‚Der Heidelberger Tunnel-Mord’

In Hubert Bärs neuem Krimi „Der Heidelberger Tunnel Mord“ kann der Leser nicht nur auf die Suche nach dem Mörder von Arnold Heise,  einem ausgewiesenen Tunnel-Befürworter, gehen, sondern auch Aktuelles aus der Lokalgeschichte wiederentdecken.

Wie in seinem ersten Buch „Der Heidelberger Campus-Mord“ beschreibt Hubert Bär, der seit 50 Jahren in und um Heidelberg lebt, mit spitzer Feder die gesellschaftlichen Verwicklungen hinter den Fassaden adretter Altstadthäuser. ...Ingeborg Salomon in Rhein-Neckar-Zeitung (Feuilleton), 2./3.10.10, S.15

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Ein Krimi mit diesem Titel könnte derzeit auch in Stuttgart spielen. Aber auch Heidelberg hat seine Probleme mit unterirdischen Bauprojekten. Der geplante Neckarufertunnel hat nicht nur Freunde, und wenn im Herbst nun klar ist, ob und wie viele Zuschüsse nun fließen, dann könnte das Thema wieder heiß diskutiert werden. ... (Der Leser bewegt sich bei der Lektüre wie in einem Labyrinth), in dem immer wieder nicht genannte Personen auftreten und miteinander sprechen. In diesen Dialogen erfährt der Leser Vertrauliches und ist immer ein Stückchen weiter als der Detektiv Carsten Mildner. Überhaupt ist der Kriminalfall nur ein Teil des eigentlichen Geschehens ...   Doris Steinbeißer am 28.9.10 in SWR4

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Eine richtig mörderische Schnitzeljagd

Stuttgart hat seinen Bahnhof, Heidelberg die Stadthalle und den Neckarufertunnel. Bauvorhaben, gegen die Menschen aus allen Schichten Unterschriften sammeln, protestieren, auf die Straße gehen. In diese aufgeheizte Stimmung legt Hubert Bär die Handlung seines neuen Krimis „Der Heidelberger Tunnel-Mord“.

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es geht um sehr viel mehr als den geplanten Neckarufertunnel und den radikaler werdenden Protest dagegen. Bärs Krimi ist eine Tour durch regionale und überregionale Ereignisse der vergangenen Jahre. Der Fußball-Wettskandal, Korruption in der Baubranche oder die Döner-Morde spielen hier ebenso eine Rolle wie die Bahnstadt oder die Neckarufer-Terrassen. Durch dieses Themen-Labyrinth schickt Bär seinen Privatdetektiv.

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Der Roman wechselt beinahe kapitelweise die Perspektive: Opfer, Ermittler, Hintermänner und Mörder kommen zu Wort.

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Dann entwickelt sich eine Art Schnitzeljagd durch Heidelberg, mit mysteriösen Hintermännern, schönen Witwen und toten Mördern. Ein kurzweiliger Regionalkrimi.

Swk in Mannheimer Morgen (Kultur), 22.11.10, S. 10

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Der besondere Buchtipp ...

 

Der freie Tag war perfekt geplant gewesen: erst ein bisschen saunieren, zwischen den Gängen lesen und danach mit einem Weizen in der Hand endlich mal wieder ein Fußballspiel live vor Ort anschauen. Nichts war´s mit diesem Plan: Weder weitere Gänge noch Fußball live, ein Buch hatte mich so in seinen Bann gezogen, dass ich es erst nach der letzten Seite beiseite legen konnte.

 

 

„Heidelberg 21“ in Ahnlehnung an die aktuellen Konflikte in Stuttgart könnte Hubert Bärs neuer Kriminalroman „Der Heidelberger Tunnel-Mord“ durchaus auch heißen, ... Das macht eben einen richtig guten Autor aus: nicht den aktuellen Themen hinterher schreiben, sondern das Gespür besitzen, auf möglicherweise kommende Konfliktkonstellationen literarisch einzugehen. Wie in der Stuttgarter Realität geht es in Bärs Heidelberger Fiktion (mit durchaus realen Hintergründen) um ein überdimensioniertes Bauprojekt im Stadtzentrum voller finanzieller sowie ökologischer Risiken und die damit verbundenen Ränkespiele zwischen diversen Beteiligten. ... Das Bauprojekt und die damit verbundene Macht- und Profitgier sind zwar wesentliche Bestandteile der Handlung, aber es geht auch immer wieder um fundamental Menschliches: Liebe, Eifer- und Geltungssucht, Neid, Hass, Egoismus und vieles mehr. Die Handlung ist perfekt konstruiert, denn es wird die notwendige Verwirrung durch verschiedene Perspektiven und Handlungsorte gestiftet, ohne am Schluss das Gewirr seitenlang auflösen zu müssen. Auf Bärs überragende sprachliche Kompetenz an dieser Stelle hinzuweisen, hieße, Eulen nach Friesenheim zu tragen: Stilistisch findet der Autor das exakt richtige Maß an beeindruckenden Schilderungen von Menschen, Situationen und Orten, ohne damit den Fortgang der Handlung zu sehr zu bremsen. Ganz wichtig schließlich: Jetzt gibt es mit dem frisch gebackenen Privatdetektiv Mildner auch einen Protagonisten (ohne klischeehafte Macken wie in anderen Krimis), der sicher noch weitere Fälle lösen wird. Das deutet Hubert Bär mit seinem Schlusssatz an: „Da kam ein fremder Mann auf ihn zu und setzte sich an seinen Tisch.“ Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Fall. Günter Helfrich in GEW-Zeitung Rheinland-Pfalz 12 / 2010, S. 33

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Ein spannender Kriminalroman, sprachlich ausgefeilt und routiniert geschrieben.
Lesen! Adolf Kluth in Alle meine Bücher.

 

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Um Politik und ihre schmutzigen Hände geht es auch in Hubert Bärs Krimi „Der Heidelberger Tunnel-Mord“. Die kriminelle Phantasie des früheren Lehrers ... rankt sich um die Bauplanungen des Neckarufertunnels an seinem Wohnort Heidelberg. Gemeinderat und Einwohner sind in entschiedene Gegner und Befürworter gespalten, und unter mysteriösen Umständen kommt ein städtischer Beamter ums Leben. Literarisch ist Hubert Bärs Krimi von den hier vorgestellten der ambitionierteste. Gleich im ersten Kapitel ergeht sich der Autor in Beschreibungen des Heidelberger Marktplatzes. Wie einen Blitz aus heiterem Himmel lässt er in dessen ruhige, beschauliche Atmosphäre den Tod des Amtsleiters in einem Straßencafé hineinfahren. Ein Privatdetektiv ist Zeuge, er kommt einem Komplott auf die Spur. Hans-Ulrich Fechler in Die Rheinpfalz (Kultur Regional),17.3.11

 

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Der letzte Satz im Buch macht stutzig. Ist der Fall für den Detektiven doch noch nicht abgeschlossen? Droht Gefahr? Oder ist der Fremde, der sich in einem Café zu ihm an den Tisch setzt, nur irgendein Gast? kaz in Rhein-Neckar-Zeitung (Region Heidelberg), 29.4., S. 5

 

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