Über Es liegt vielleicht an Heidelberg

... Bär seziert im Gewand eines Regionalkrimis ein Segment der Heidelberger Linken, in dem Politik und Beruf, Familie und künstlerische Existenz unter einen Hut gebracht werden mussten. Er beschreibt ein Milieu, in dem letztlich alle zwangsläufig an der Realität und vor allem an ihren eigenen Ansprüchen scheitern.

... Das tödliche Perpetuum Mobile, das (ein) Zettel in (einem) Briefkasten in Gang gesetzt hat, ist nicht mehr zu stoppen. Vielleicht liegt es an Heidelberg, vielleicht ist es der Wind, der durchs Neckartal bläst und es in Bewegung hält. Mit Sicherheit ist es das Geschick des Autors, wenn Sie das Buch in einem Rutsch durchlesen und am Ende nach zweihundertfünfzig Seiten merken, Sie könnten wieder von vorne anfangen.

Das Buch ist nicht nur flüssig geschrieben und stimmig in der Handlung, sondern auch sorgfältig lektoriert ... nicht selbstverständlich bei einem Krimi.« Werner Traschütz in www.lesezeichen.szylla.net

›Es liegt vielleicht an Heidelberg‹ ist zwar kein autobiographischer Roman. Vieles ist fiktiv Aber dennoch sind Erfahrungen aus Hubert Bärs Leben in ihn eingeflossen. Dass das Buch ein spannender Kriminalroman geworden ist, stellt zwar einen gewissen Bruch in der Reihe seiner Veröffentlichungen dar. Aber dennoch sind viele Themen, die auch schon in früheren Büchern angeklungen sind, wieder aufgenommen....

Nebenbei schneidet der Roman aktuelle Fragen an wie den Zusammenhang zwischen Computerspielen und Gewaltbereitschaft. Im Mittelpunkt jedoch steht für Hubert Bär der Lebensbruch, den das Gefühl begleitet, ein anderer geworden zu sein... Hans-Ulrich Fechler in Die Rheinpfalz vom 14.04.07..

Die Spurensuche führt den Protagonisten auch nach Mannheim zu den eigenen Eltern und außerdem weit hinein in deren linke Vergangenheit in der Studentenbewegung der 60er und 70er Jahre. Hubert Bär lässt viele anschauliche Schilderungen, etwa der Heidelberger Altstadt, in seinen Roman einfließen. Aber auch die legendäre McNamara-Demonstration in Heidelberg wird noch einmal lebendig... Freunde des Lokalkolorits kommen hier auf ihre Kosten. Birgitt Scheuermann in Mannheimer Morgen vom 20.04.07

Der Titel ... seines etwa 250 Seiten dicken Krimis verweist direkt auf eine zentrale Thematik in Bärs Leben bzw. literarischem Schaffen: den Mythos Heidelberg; bei seiner Generation ... genauer gesagt: den Mythos Studentenbewegung, in der die romantische Universitätsstadt am Neckar eine zentrale Rolle spielte. Auch die Themen Literaturszene und Schule, die anhand zweier Hauptfiguren auftauchen, verweisen auf biografische Bezüge...

Während die Geschichte mehr als über die Hälfte des Buches sehr gemächlich voranschreitet, wird es gegen Schluss dann doch richtig heftig: Selbstmord und Mord, schwule sexuelle Gewalt und mafiöse Verstrickungen tauchen auf bzw. werden zumindest angedeutet; alles aber sehr dezent, denn eine reißerische Schreibe ist nicht das Ding des Schriftstellers Hubert Bär, der auf höchstem literarischem Niveau formuliert. Dabei gelingen ihm wunderbare Passagen, wenn er z.B. die Macken seiner Ex-Freundin bei Restaurantbesuchen beschreibt oder die Chance reflektiert, die radikale Brüche im Leben bieten, seien sie noch so negativ.

Bär hat ein Buch vorgelegt, dessen Lektüre nur wärmstens empfohlen werden kann... Günter Helfrich in GEW-Zeitung Rheinland-Pfalz 5/07

Schon sehr mysteriös, wenn ein junger arbeitsloser Akademiker in seinem Briefkasten ein Schreiben findet, das ihn zu einem Schließfach führt, in dem 500 000 Mark auf ihn warten... Mike Bartel in Pforzheimer Kurier vom 3.4.07

Vielleicht liegt es an Heidelberg, dass sich Hubert Bärs Protagonist in seinem Leben treiben lässt und sich ihm nicht stellt? 28 Jahre alt, mit mittelmäßigem Abschluss und arbeitslos, hat der Jurist Michael nichts Besseres zu tun, ais seine Zeit mit Fernsehen und Computerspielen zu vertrödeln - bis er in seinem Briefkasten einen handgeschriebenen Brief von einem Fremden findet. Von Neugier getrieben macht er sich auf zum Hauptbahnhof, wo - wie der Brief verheißt - in einem Schließfach eine Menge Geld für ihn bereitliegt...

Besagter Michael kommt sich jedenfalls bald verfolgt vor. Bär versteht es, die von Computerspielen geprägte Perspektive seines Protagonisten authentisch darzustellen. Eingebettet in die jüngere Geschichte Heidelbergs schildert der Autor, wie Michael sich auf ein gefährliches Abenteuer einlässt und auf der Suche nach dem Unbekannten den Weg vom Bildschirm zu seiner Identität und in die Wirklichkeit findet. Nadja Brislinger  in Rhein-Neckar-Zeitung  vom 28.11.07

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